Category: Allgemein

23 Mrz

Die Krise als Chance

Alexander Wörlsinger Allgemein

Die aktuelle Corona-Krise stellt die Weiterbildungswelt auf den Kopf – Coachings, Trainings und andere Schulungsmaßnahmen werden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben – und das ist gut so! Weiterbildung ist wichtig – aber nicht alles. Auch ich habe – vorerst bis Ende April 2020 – alle Maßnahmen mit Blick auf die Verantwortung meiner Familie, meinen Kunden und meinen Mitmenschen gegenüber ausgesetzt.

Gleichzeitig wirft die Krise auch berechtigte Fragen auf – ist wirklich jedes Meeting oder Gespräch vor Ort notwendig? Sind die damit verbundenen Reisekosten und –zeiten und auch die einhergehende Umweltbelastung vertretbar? Oder bieten uns die technologischen Möglichkeiten nicht eine hervorragende Alternative, mit anderen Menschen zu kommunizieren, ohne sich face-to-face zu treffen? Vieles, was wir offline machen, kann auch wunderbar online gelingen.

Ich werde daher die aktuelle „Auszeit“ nutzen, um künftig neben meinen Präsenztrainings und -coachings auch Onlinetrainings und -coachings, Lernvideos bzw. Podcasts anzubieten.

In Kürze mehr dazu…

02 Feb

Negatives Wissen – unser „metakognitives Alarmsystem“

Alexander Wörlsinger Allgemein

Versagen gilt häufig als Schwäche oder im schlimmsten Fall als Zeichen mangelnder Intelligenz. Der Schweizer Psychologe Fritz Oser interpretiert dies hingegen anders. Für ihn sind Fehler unverzichtbar als Ergebnis eines natürlichen Lernvorgangs. Wenn etwas schiefläuft, birgt diese Erfahrung eine wichtige Information. Nämlich das Wissen darüber, wie etwas NICHT funktioniert.

Wir müssen daher den steinigen Weg des Misserfolges immer wieder beschreiten, um zu der Erkenntnis zu gelangen, wie etwas richtig geht. Dieses Wissen wird abgespeichert und wieder hervorgeholt, wenn wir es benötigen. Oser nennt das, was der Volksmund mit „Aus Schaden wird man klug“ bezeichnet „Negatives Wissen“. Dieses kognitive Erkennen ist der wahre Schatz im Prozess des Scheiterns.

Oser führt an verschieden Stellen die Pilotenausbildung als Beispiel für den Aufbau negativen Wissens an. In der Hochrisikobranche des Flugverkehrs haben Fehler in der Praxis oft verheerende Auswirkungen. Daher ist ist notwendig, im Flugsimulator Fehler zu machen. Angehende Piloten lernen, ein Flugzeug unter widrigsten Bedingungen zu landen. Zu Beginn scheitern sie häufig. Obwohl es nur eine Simulation ist, ist diese mit starken emotionalen Reaktionen – physisch wie psychisch – verbunden. Die Piloten wissen nach den  Fehlversuchen, was nicht funktioniert. Sie haben also „negatives Wissen“ in Bezug auf den Landevorgang aufgebaut.

Sollten sie in der Realität in eine vergleichbare Situation kommen, erinnern sie sich. Die Erfahrungen sorgen dafür, das korrigierende Verhalten schnell auszuführen – der im Flugsimulator gemachte Fehler wird kein zweites Mal ausgeführt. Emotionen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie sind sozusagen die Narben  eines Scheiterns. Oser nennt diese Erinnerung daher ein „metakognitives Alarmsystem“.

Voraussetzung dafür ist jedoch eine Fehlerkultur, die Fehler zulässt (oder im besten Fall Mitarbeiter ermutigt, Fehler zu machen) und diese nicht bestraft. Oder mit Fritz Oser gesagt: „Es ist nicht die Akzeptanz des Falschen, sondern die Verarbeitung des Falschen zum Richtigen hin“. Daher sollte niemand für Fehler bloßgestellt werden.

03 Okt

Mit Fehlschlägen richtig umgehen

Alexander Wörlsinger Allgemein

In Krisenzeiten blicken wir oft zurück und fragen uns, wie wir in einen solchen Schlamassel geraten konnten. Schmerzlich werden uns unsere Versäumnisse und Fehlentscheidungen bewusst und negative Gefühle stellen sich ein. Doch dieses Bedauern kann durchaus wertvoll sein. Studien zeigen, dass dieses Gefühl dabei helfen kann, Ereignissen einen Sinn zu geben und Lösungen aufzuzeigen.

Bedauern ist fest in der menschlichen Biologie verankert. Neurowissenschaftler vermuten, dass lernen am Besten funktioniert, wenn emotionale Komponenten beteiligt sind. Bedauern fördert also unsere Fähigkeit, aus Erfahrung zu lernen.

Diese Empfehlungen können dabei helfen, mit diesem Gefühl konstruktiv umzugehen:

Beschönigen Sie rückwirkend nichts!

In der Rückschau, mit zeitlichem und emotionalem Abstand, erscheint es immer klarer zu sein, was Sie hätten tun müssen. „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es vorwärts“.

Nutzen Sie Ihr Bedauern!

Das ungute Gefühl, an Fehlschläge zu denken, kann schnell Ihr Selbstwertgefühl untergraben. Statt zu grübeln sollten Sie sich Ziele setzen und sich von realen Ereignissen leiten lassen.

Suchen Sie Gesellschaft!

Geteiltes Leid ist halbes Leid – wenn Sie alleine sind, steigt die Gefahr, über Fehlschläge nachzugrübeln. Alle sind fehlbar – erfolgreiche Menschen zeigen im Angesicht des Versagens Entschlossenheit. Holen Sie sich Zuspruch von Kollegen, Freunden oder von einem Coach.

Und Vorsicht: Bedauern kann schnell zu einer Abwärtsspirale in Richtung Depression führen. Geben Sie sich einen angemessenen Zeitraum dafür – und Fokussieren Sie sich unmittelbar danach wieder auf die Zukunft! 

03 Sep

Schwarmintelligenz – oder: hören Sie nicht auf Einzelne!

Alexander Wörlsinger Allgemein, Führung Schlagwörter:

Oft genug glauben wir nur allzu gern, was uns Einzelpersonen raten. Dabei wären wir besser beraten, auf die „Weisheit der Vielen“, die kollektive Intelligenz, zu hören. Michael J. Mauboussin, außerordentlicher Professor der Columbia Business School, empfiehlt, das Verhalten von Gruppen zu studieren, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

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05 Mai

Networking: Beziehungsanalyse und -pflege

Alexander Wörlsinger Allgemein, Karriere, Tipps Schlagwörter: ,

Viele Führungskräfte, Spezialisten und Freiberufler wenden enorm viel Zeit für das Networking auf, um neue Kontakte zu gewinnen. Das ist auch richtig so, denn in einer vernetzten Welt sind Kontakte die wichtigste Währung. Allerdings liegt nach meiner Beobachtung der Schwerpunkt zu sehr auf der Gewinnung neuer Kontakte – bestehende Kontakte werden häufig vernachlässigt.

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02 Dez

Spielregeln und Mythen in Unternehmen – Verhaltensregeln für neue Mitarbeiter

Alexander Wörlsinger Allgemein, Gruppendynamik, Tipps, Unternehmen Schlagwörter: ,

Jeder, der in ein neues Unternehmen – oder einen neuen Unternehmensteil – kommt, stellt sich einer enormen Herausforderung. Was passiert hier? Wie sollte ich mich benehmen? Was ist hier erlaubt und erwünscht? Diese Informationen bekommt man nicht auf dem silbernen Tablett serviert – und auch die Unternehmenswerte oder „Golden Rules“ im firmeninternen Intranet oder auf der Homepage des Unternehmens sind nur ein Teil der Wahrheit – der Teil, den das Unternehmen gerne hätte.

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09 Aug

Meeting-Kultur – Ergebnisse statt Dauerfrust

Alexander Wörlsinger Allgemein, Kommunikation, Methodenkompetenz Schlagwörter:

Kennen Sie das? Es ist wieder soweit – der zweite Mittwoch des Monats – Abteilungsmeeting. Sie wissen jetzt schon, was in den nächsten beiden Stunden auf Sie zukommt: Endlosmonologe von Selbstdarstellern, stickige Luft, Blicke, die aus dem Fenster wandern, Handys, die vibrieren und liebloses Herunterspulen von schlecht gemachten und überladenen Powerpoint-Präsentationen. Das sind leider die Assoziationen, die mit der Kommunikationsplattform „Meeting“ verbunden werden. Schade – denn kaum eine Führungskraft begreift Meetings als eine Chance das zu tun, wofür sie bezahlt wird: zu führen, zu strukturieren, Menschen motivieren.

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24 Jul

Rituale – Steuerungsinstrumente im Management

Alexander Wörlsinger Allgemein, Unternehmen Schlagwörter: ,

Befanden sich Rituale in Unternehmen in den letzten Jahren auf dem Rückzug, hat sich diese Entwicklung inzwischen umgekehrt. Von einer Renaissance der Rituale ist die Rede. Beförderungen, Verabschiedungen und Fusionen, die in der Vergangenheit eher still und banal über die Bühne gingen, werden wieder zelebriert und inszeniert.

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24 Jul

Das Beziehungskonto – gute und tragfähige Beziehungen schaffen

Alexander Wörlsinger Allgemein, Kommunikation Schlagwörter: ,

Für die Qualität unserer Beziehungen zu anderen Menschen finden wir viele umgangssprachliche Aussagen: Beziehungen sind „belastet“, „tragfähig“ oder „intakt“. Wir beschreiben damit den Zustand der Beziehung. Doch wie kann man sich dies vorstellen. Eine hilfreiche Metapher ist das „Beziehungskonto“.

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